Multiparametrische MRT der Prostata/ MR- Prostatografie

NEU: Seit September 2023 sind wir einem Vertrag beigetreten, den einige Gesetzliche Krankenkassen zur Übernahme der Kosten einer Prostata-MRT bei ihren Versicherten abgeschlossen haben. Folgende Krankenkassen übernehmen demnach die Kosten der Prostata-MRT, Stand Dezember 2023:

Beitrittsdatum Krankenkasse
01.03.2023 Bertelsmann BKK
01.03.2023 BKK Linde
01.03.2023 bkk melitta hmr
01.03.2023 BKK MTU
01.03.2023 BKK Wirtschaft & Finanzen
01.03.2023 BKK Würth
01.03.2023 energie-BKK
01.03.2023 EY BKK
01.03.2023 Mercedes-Benz BKK
01.03.2023 Südzucker BKK
01.04.2023 Audi BKK
01.04.2023 BKK B.Braun Aesculap
01.04.2023 BKK Voralb Heller*Index*Leuze
01.04.2023 BKK Werra-Meissner
01.04.2023 IKK Brandenburg und Berlin
01.05.2023 Betriebskrankenkasse EWE
01.05.2023 Betriebskrankenkasse Miele
01.05.2023 BMW BKK
01.05.2023 Mobil Krankenkasse
01.05.2023 R+V Betriebskrankenkasse
01.09.2023 BIG direkt gesund
01.10.2023 BKK Public
01.10.2023 BKK Salzgitter
01.10.2023 TUI BKK
01.10.2023 BKK VerbundPlus
01.11.2023 Siemens Betriebskrankenkasse
01.11.2023 SKD BKK
01.11.2023 Heimat Krankenkasse
01.11.2023 BKK Textilgruppe Hof
01.12.2023 BKK ZF & Partner

 

 

 

Kontinuierlich treten weitere Krankenkassen diesem Versorgungsvertrag bei. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob die Kosten für die Prostata-MRT von ihr übernommen werden!

 

 

Allgemeines:

 

Das Prostatakarzinom (PCa) ist in Deutschland mit mehr als 25% die häufigste diagnostizierte Krebserkrankung beim Mann.

Jährlich erkranken in der BRD ca. 60.000 Männer neu an diesem Tumor. 40% der Männer tragen das Risiko, im Verlauf des Lebens am PCa zu erkranken, ca. 10% entwickeln Symptome, 3% versterben am PCa (somit sechsthäufigste Todesursache beim Mann).

 

Wie kann ein Prostatakarzinom erkannt werden?

Bis vor kurzem beruhte die Diagnostik auf der Messung des Prostataspezifischen Antigens im Blutserum (PSA-Wert), auf der digitalen rektalen Untersuchung (Austastung), der Ultraschalluntersuchung über das Rektum und der systematischen Stanzbiopsie (Gewebeentnahme) unter Ultraschallkontrolle. Der PSA-Wert kann sowohl bei verschiedenen gutartigen Veränderungen als auch beim Karzinom der Prostata erhöht sein, ist also unspezifisch, und die Ultraschalluntersuchung kann einen bösartigen Herd nicht sicher von den häufigen gutartigen,knotigen Altersveränderungen der Prostata unterscheiden.

 

Vor einigen Jahren wurde nun mit der multiparametrischen MRT der Prostata (mp-MRT Prostata oder MR-Prostatografie) eine neue bildgebende Methode entwickelt. Die MR-Prostatografie ist wie kein anderer Test geeignet, einen bösartigen Tumor als Ursache für einen erhöhten PSA-Wert zu erkennen oder auszuschließen, ihn von gutartigen Veränderungen zu differenzieren - und somit unnötige Stanzbiopsien der Prostata zu reduzieren.

Die endgültige Diagnosestellung und die Beurteilung des Grades der Bösartigkeit eines PCa war und ist weiterhin nur durch feingewebliche Untersuchung bioptisch gewonnenen Materials möglich.

 

Welche Bedingungen sind für eine effektive Diagnostik zu erfüllen?

Unabdingbar ist der Einsatz eines hochmodernen und leistungsstarken MRT-Gerätes und optimaler Messsequenzen, die Anwendung international festgelegter Kriterien bei der Beurteilung der erzeugten Bilder (sog. PI-RADS-Kriterien), die Erfahrung des befundenden Radiologen mit der Methode und die Zusammenarbeit mit den behandelnden Urologen sowie mit den Kliniken, in denen Gewebsentnahme und/oder die Behandlung vorgenommen wird.

 

Diese Voraussetzungen sind mit der Installation eines 1,5-Tesla-MRTs der neuesten Generation, der ständigen ärztlichen Fortbildung auf dem Gebiet der Prostata-MRT, der langjährigen Durchführung (seit ca. 10 Jahren) etlicher hunderter Prostata-MRTs und der Zertifizierung durch die Deutsche Röntgengesellschaft in meiner Praxis gegeben.

 

Für wen ist die MR-Prostatographie empfehlenswert?

Patienten mit unklarem Befund im Ultraschall oder bei der rektalen Untersuchung sowie Patienten mit steigendem oder erhöhtem PSA-Wert werden vom Urologen am häufigsten überwiesen. Des weiteren wird die Prostata-MRT durchgeführt, wenn trotz vorangegangener Punktion ohne Tumornachweis weiter ein Tumorverdacht besteht.

Doch auch wenn keine Hinweise auf ein Tumorgeschehen vorliegen, im Rahmen eines Screenings, kann die Prostata-MRT eingesetzt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Erkrankungshäufigkeit mit dem Lebensalter zunimmt (insbesondere ab dem 60. Lebensjahr) und dass auch eine nicht vergrößerte Prostata ohne Auffälligkeiten im Ultraschallbild ein Karzinom tragen kann.  Die Prostata-MRT ist bei der Erkennung eines Prostatakarzinoms allen anderen diagnostischen Methoden überlegen und mit Abstand das beste Werkzeug, über das wir heute diesbezüglich verfügen.

Männern mit familiärer Vorbelastung durch ein Prostata-Ca wird eine urologische Diagnostik (aus der sich unter Umständen die Indikation für eine Prostata-MRT ergibt) ab dem 40. Lebensjahr, sonst ab dem 45. Lebensjahr empfohlen.

 

Wie läuft die Untersuchung ab?

Nach aufklärendem Gespräch und nach gründlicher Entleerung von Blase und Darm erfolgt die Lagerung im MRT-Gerät (Füße voran, Kopf bleibt außerhalb der Röhre). Es wird ein venöser Zugang in eine Armvene gelegt (die Untersuchung erfolgt immer mit Kontrastmittel). Es werden ca. 10 verschiedene Messsequenzen angefertigt, insgesamt dauert die Untersuchung ca. 25-30 Minuten. Im Anschluß erfolgt die Auswertung durch den befundenden Radiologen. Diese ist zeitaufwändig - es sind weit mehr als 1000 Bilder gründlich zu betrachten. Die Bilder werden dem Patienten erklärt, es erfolgt eine erste Einschätzung. Der Patient erhält eine CD mit den angefertigten Bildern. Der nach den vorgegebenen Kriterien strukturierte Befund geht dem Zuweiser (oder dem Patienten) am selben Tag zu. Im Falle einer Tumordiagnose und einer Gewebeentnahme wird der histologische Befund von der Praxis erfragt und das Ergebnis der MRT somit validiert.

 

Was geschieht nach der Prostata-MRT?

Im Falle eines hochgradigen Tumorverdachtes erfolgt meist eine gezielte Gewebeentnahme unter Verwendung der im MRT gewonnenen Informationen zur Lage und zur Ausdehnung des Befundes, häufig als sog. Fusions-Biopsie. Auch ein abwartendes Vorgehen und die Verlaufskontrolle verdächtiger Prostatabefunde sind möglich.